Samstag, 11. Juli 2009

Tod und Leben

Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andern muss man leben.

(Mascha Kaléko)

Mittwoch, 8. Juli 2009

http://www.blog.druckerey.de/

Beziehungsmodelle

Ich habe ihnen erzählt, es gäbe zwei Beziehungsmodelle: das dominatorische und das partnerschaftliche.**
Ich habe jeweils eine kleine Karikatur dazu aufgezeichnet: einmal ein "King" mit Krone und Peitsche, gewalttätig, befehlshabend, kontrollierend, daneben die kniende, liebende, vertrauende, gehorsame Gemeinde - einmal die Freunde in Gemeinschaft, selbstverantwortlich, selber denkend, eigenmächtig und fürsorglich.

Sie haben sofort bemerkt, es gäbe im Dominanzmodell ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis in beide Richtungen. Ohne den King wäre die Gemeinde orientierungslos.

Wie könnte es gehen, dass wir zur partnerschaftlichen Beziehungsform wechseln?

Erst glaubten manche, man müsste den King vom Sockel stoßen. Aber dann wäre da diese führungslose Herde, und bald käme ein anderer, der sich erhöbe ...

Mit der Zeit wurde klar: es geht nur so:
sich abwenden vom King, ihn isolieren, ignorieren ... sich umeinander zu kümmern, eine Gemeinschaft werden. Jede/r müsste einen eigenen Standpunkt entwickeln, und man müsste sich respektieren und wirklich miteinander kommunizieren ... über Bedürfnisse, über gemeinsame Ziele und Aufgaben.

Anders können wir keine Freiheit bekommen, sondern nur - bestenfalls - einen gnädigeren HErrn.

Wenn wir -beispielsweise- die Euromilliarden auf den Schwarzkonten der Schweizer Banken ignorieren, so tun, als wären sie wertlos ... dann sind sie es auch.

** Riane Eisler: die Kinder von morgen

Montag, 6. Juli 2009

Wir wollen Tapferkeitsmedaillen für unsere Helden

Sonntag, 5. Juli 2009

Wem gehört die EU?

Zitat: "Die Frage, wem die EU gehört, kann und muss auf verschiedenen Ebenen beantwortet werden. Zunächst einmal, und das entspricht dem gegenwärtigen Stand des Eindringens in diese Problematik, geht es um die Frage der Vermögenskonzentrationen, seit der europäische Integrationsprozess so richtig in Gang gekommen ist. [1] Die Reichen sind immer reicher geworden und dafür gibt es eine Fülle von empirischen und statistischen Indizes, auch wenn sie bislang in keiner Weise zureichend systematisch erschlossen und analysiert worden sind und auch wenn hinsichtlich der Frage, was Eigentum – und sogar Geld - unter den heutigen Bedingungen ist, Klärung aussteht. ..." weiter hier

schon 2007 ...

Heute mit ein paar jungen Leuten über ihre Zukunftsperspektiven geredet. Sie haben Angst, nicht zurechtzukommen, sich zu verschulden ... 1800 € Bruttolohn erscheint ihnen unendlich viel ... und am meisten wünschen sie sich ... einen sicheren Arbeitsplatz. In ihrem Umfeld gibt es viele, die wegrationalisiert wurden. Ja, wenn die Arbeit ausgeht, dann sind wir überflüssig, sagen sie ... unser Konkurrent ist der Roboter ... und sie wissen, gegen den haben sie keine Chance.
Und dann die Überlegung:
Was unterscheidet uns Menschen von Automaten ? "Es ist die Ausstrahlung" sagt Adriano.
Und dann finden wir neue Möglichkeiten: in der Pflege, im Dienstleistungsbereich, beim Lernen, überall da, wo Mitmenschlichkeit gefragt ist, da gibt es genug zu tun, da geht die Arbeit nie aus.
Die Frage ist nur, wer sie bezahlt.
Kriegen die Aktionäre die Kohle, oder die Lokführer ? Die Krankenschwestern, oder die Großkonzerne, die nicht einmal Steuern bezahlen für einzigartige Standortbedingungen ? Die Banker, Manager und Spekulanten, mit Monats"löhnen" von mehr als 100.000 €, oder die Altenpflegerinnen ?
Geld ist genug da, Arbeit auch.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Deine Faust


Lustvolle Gier in Deiner Hand,
Erfüllung: sie in mir, so zärtlich,
und Deine Haut auf meiner.
Gib sie mir bitte! Deine Faust in mich, so will ich
meinen weichen Körper schützend um sie spannen,
sie kraftvoll drücken wie zu einem freundschaftlichen Gruß,
sie nass pulsierend in Extasen mir entwerfen wie ein Kind,
sie Dir gebären für ein nächstes Leben,
mich an Dir säugend, Muttertier zugleich, wie du -
und so
verliere ich den Augenblick,
tief, tief in Deinen wunderbaren Blauen.

Montag, 22. Juni 2009

gelassen genießen zulassen

Heute nachmittag trat ganz beiläufig ein Gedanke in mein Bewusstsein, der mir wie ein willkommener, altbekannter Freund aus dem Internet erscheint, den ich nie persönlich kennengelernt hatte, nun aber leibhaftig-freundlich-sinnlich vor mir steht.

Der Gedanke geht um den Sinn von Liebe. Dass wir uns nicht gegenseitig dazu verpflichten. Auch und gerade nicht, in der sinnlichen Liebe - weil wir, alle, gelassen im Überfluss lieben. Nicht im Tausch um etwas ganz anderes. Nicht in die Pflicht genommen, einzig-artig zu sein. Es ist wundervoll, wenn wir uns begegnen, aber es ist auch wundervoll, dass du so viel gelassener sein kannst, seit du sie liebst, und es ist auch wundervoll, ihn zu lieben, wenn wir uns begegnen.

Es ist scheinbar nur ein Gedanke, aber er ist mein Leben. Ich bleibe ruhig, wenn du bei ihr bist, weil ich nichts vermisse. Nicht, weil du mir unwichtig wärst, sondern weil ich satt bin. Vermutlich ist es ein sehr unverständlicher Gedanke, solange er nicht von alleine in Dein Bewusstsein steigt. Es ist die sinnliche Gewissheit einer Art Selbstgenügsamkeit. Nicht Enthaltsamkeit!
Gelassenes Genießen und genießen zulassen.

Sonntag, 21. Juni 2009

Grundkurs Anarchie

Samstag, 20. Juni 2009

ready to bleed ... ;o))

Freitag, 19. Juni 2009

in line

Fast wäre ich den beiden Radfahrern vor die Reifen gefallen. Was musst du auch mit deinem geilen Hintern wackelnd vor mir her fahren, Mann! Glück gehabt. "Ich gehe nachher inlinen. Lust?" Die SMS heute nach Feierabend haut mich fast aus den Socken, so lange ersehnt und gehegt der Wunsch, und jetzt die Erfüllung, so greifbar nah, da.

Ein wenig später dann, tief Atem holend im Wiesengrund fliegen ... über den glatt geplätteten Asphalt dahingleiten ... fantastisch. Dein göttlicher, muskulöser, sonnengebräunter Körper vor mir in perfekten Kurven. Du machst mir Freude, bist mir nahe, gibst freundschaftlich ein paar Tipps zum Üben ... wir witzeln, und sind doch mit vollem Ernst dabei. Trainieren, leben und lieben, mit Leib und Seele, in eleganten Schwüngen, schwitzend, uns erschöpfend, uns genießend - ein paar Stunden eines erfüllender Sommers dieses wundervollen Lebens ... und unsere Leiber lieben sich wieder, inniglich - immer noch wunderschön, nach so langer Zeit, wir beide.

1983

ich will
ich will Erfüllung
ich will alles

mit Leib und Seele lieben
das Leben
mich
Dich

Dienstag, 16. Juni 2009

BIldungsstreik

Zitat: "Die Deutschen haben ein mehr oder weniger vormodernes Lernbild im Kopf. Bei ihnen läuft immer noch die "Feuerzangenbowle". Der Streifen von 1944 ist noch heute Kult - obwohl dort Frontalunterricht gezeigt wird. Die Botschaft lautet: Frontbeladung und Belehrung funktionieren, wenn der Lehrer nur witzig genug ist. Belehrung ist aber das Letzte, was im 21. Jahrhundert gebraucht wird. In allen Industrien wie auch für die Staatsbürger steht eine Qualifikation im Vordergrund: Problemlösungskompetenz. Kinder müssen schon früh lernen, ihre kreativen Potenziale zu entfalten, im Teamwork mit anderen arbeiten zu können, auch mit anderen Kulturen. Kindergarten und Schule haben die vornehmste Aufgabe, die Kinder daran nicht zu hindern. Da liegt der Hase im Pfeffer: Trotz aller Vereinfachungen verlangt die gegliederte Schule nach wie vor, Kinder zu sortieren. Sie zwingt Lehrer besonders in der vierten Klasse und im Gymnasium, nach den Schwächen der Kinder zu fahnden und nicht ihre Stärken zu entfalten." Quelle: TAZ

Sonntag, 14. Juni 2009

Zitat: "Eine Zusammenführung des Wissens aus der Matriarchatsforschung mit den Erfahrungen und Visionen der anarchistischen Bewegung könnte einige Synergieeffekte bewirken, die möglicherweise dazu führen, dass beider wichtige Botschaften endlich Eingang in die angehende Diskussion um nachhaltige Gesellschaftsstrukturen finden: Die Analyse beider Strömungen deutet darauf hin, dass die überdimensionierte und zentralisierte hierarchische Gesellschaftsorganisation, wie sie heute von den Staaten repräsentiert wird, dem Wesen des Menschen und der Natur seines Heimatplaneten nicht gerecht werden. Die Ablösung der einst überall üblichen matriarchal-egalitären Sozialordnung („Ausgleichs-“ bzw. „Partnerschaftsgesellschaften“) durch die patriarchale Matrix hat der Welt erst jene Welle der Zerstörung, der Gewalt und des Chaos gebracht, die heute das Überleben unserer Gattung insgesamt bedroht – ironischerweise nicht mehr nur das der Menschen am unteren Ende der Herrschaftspyramide …"
Quelle: http://www.mama-anarchija.net

Freitag, 12. Juni 2009

"es ist kein Geld da ... "

Zitat: "Ein grundlegendendes Prinzip des NPM und der Bertelsmannisierung ist die systematische Unterfinanzierung der staatlichen Haushalte, also auch der Bildungshaushalte. Damit wird die "schöpferische Zerstörung" aller Bereiche des ehemaligen sozialen Ausgleichs ermöglicht.
"Die Kassen sind leer" so heißt es. Tatsächlich aber ist es eine bewusste politische Entscheidung auf dem Hintergrund der neoliberalen Volkswirtschaftstheorie, die öffentlichen Haushalte herunterzufahren, um überall im Staatsbereich einen Rationalisierungsdruck zu erzeugen.

An Schulverwaltungen, Schulleitungen und LehrerInnen werden scheinbar plausible Gründe für den Systemwechsel herangetragen, die zur Steigerung der Qualität angeblich alternativlos sein sollen. Jedoch ohne den Druck der Unterfinanzierung wäre es nicht möglich, zunehmend private Finanzierung ins Spiel (23) und privaten Geldgebern einen Einfluss zu ermöglichen.

Wie auch im Gesundheitswesen und in der Rentenfinanzierung, wird auf eine Sockelfinanzierung hingearbeitet. Diese soll das Unternehmen Schule zwingen, die Finanzierungslücke mit Unterstützung von außerstaatlichen Geldgebern zu schließen. Damit gerät das Unternehmen Schule unter Druck: es muss sich auf dem Markt behaupten, eigene Stärken herausstellen und bewerben und selbstständig nach Möglichkeiten der Kostensenkung suchen.

Strategisch wird die Unterfinanzierung als Instrument zur Ausdifferenzierung von Schulen unterschiedlicher Ausstattung eingesetzt, die sich zu diesem Zweck in die Abhängigkeit von außerschulischen Geldgebern in Public-Private-Partnerships (PPP) begeben müssen." Quelle